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Historie und Heraldik

Zur Geschichte von Wilzenberg Zur Geschichte von Hußweiler Zum Thema Heraldik

Historie


Wilzenberg-Hußweiler im Jahre 1945,
aufgenommen von der Anhöhe "Auf dem Tal"




Wilzenberg-Hußweiler

Die beiden früher selbstständigen Gemeinden Wilzenberg und Hußweiler, damals zugehörig zum Amt Niederbrombach, wurden im Jahre 1933 aufgelöst und durch ein Gesetz für den Landesteil Birkenfeld im Freistaat Oldenburg vom 22.09.1933 zur Ortsgemeinde Wilzenberg-Hußweiler zusammengefügt. Gleichzeitig wurde die Bürgermeisterei Niederbrombach dem Amt Birkenfeld zugewiesen. Das oben genannte Gesetz trat am 01.10.1933 in Kraft.

Obwohl dieses Datum als die Geburtsstunde der Ortsgemeinde Wilzenberg-Hußweiler betrachtet werden kann, so blicken doch beide Ortsteile als einzelnes Dorf auf eine Geschichte zurück, die wesentlich älter ist. Schon im Jahre 1344 wurde Hußweiler und 1438 Wilzenberg zum ersten mal urkundlich erwähnt. Beide Ortsteile waren früher von Landwirtschaft geprägt. Allerdings waren Ackerbau und Viehzucht nicht die alleinigen Erwerbszweige. Bis ins 19. Jahrhundert besaß Wilzenberg einen Schieferbruch, der nicht nur die nahegelegenen Dachdecker versorgte, sondern durch Mosel und Rhein bis in die Nordseehäfen gebracht wurde. Insgesamt wurden aus dieser Region, in der an 6 Gemarkungen Schiefer gebrochen wurde, bis zu 50.000 Reis jährlich ins Ausland exportiert. Ein Reis entsprach einer Menge von 'auf die hohe Kante' gestellten Schieferplatten von 7 Fuß Länge, welcher zu einem durchschnittlichen Preis von 3 fl. (Gulden) ab Schieferbruch abgegeben wurde.
In Hußweiler wurde Sandstein von einer vortrefflichen Qualität gebrochen. Dieser Sandstein wurde zu Pfeilern, Haustür- und Fenstergestellen sowie als Quadersteine für Brücken verarbeitet. Platten dienten als Abdeckung für Dohlen und Wasserleitungen oder Fußbodenbeläge. Pro laufendem Fuß erbrachten die Tür- und Fenstergestelle durchschnittlich ½ Gulden. Der Sandsteinbruch wurde bis ca. 1930 betrieben.
Desweiteren gab es in Hußweiler auch einen Granitsteinbruch.

Schon 1874 wurde mit mehreren Gemeinden eine Dampf-Dresch-Genossenschaft gegründet und seit Beginn des letzten Jahrhunderts eine mobile Dreschgesellschaft mit Niederbrombach betrieben. Zum Unterstellen dieser Gerätschaften stand bis 1970 auf dem Gelände des heutigen Dorfbrunnens in Wilzenberg der Maschinenschuppen.

Im Jahre 1910 wurde auf dem ehemaligen Schulgelände in Wilzenberg ein hölzerner Glockenturm errichtet und aus Kostengründen mit einer gebrauchten Glocke ausgerüstet. 1989 wurde dieser Glockenturm erneuert.

Die Stromversorgung der Gemeinde erfolgte erst 1919 an das öffentliche Netz der OIE AG (Oberstein-Idarer Elektrizitäts AG). Bis dahin mussten Kraft- und Lichtenergie von den örtlichen Gewerben durch Wasserkraft, Dynamos und Batterien selbst erzeugt werden. Privathaushalte hatten damals noch keinen elektrischen Strom zur Verfügung.

Um 1950 wurde die Durchgangsstraße durch die Gemeinde zum ersten Mal asphaltiert, da durch die Holzabfuhr der französischen Besatzung die Straßenverhältnisse für den übrigen Verkehr immer schwieriger wurden. Die Nebenstraßen wurden erst in den 60-er Jahren ausgebaut.

1986 wurden die ehemaligen Kelterhäuschen in Hußweiler und in Wilzenberg abgerissen. In Hußweiler entstand dort ein neues Feuerwehrhaus mit Gemeinschaftsraum und eine Bushaltestelle. In Wilzenberg wurde hier ein Wartehäuschen für die dortige Bushaltestelle errichtet. Dieses Wartehäuschen enthält auch Räumlichkeiten zum Unterstellen von gemeindeeigenen Gerätschaften.

Ende der 90-er Jahre wurden die Straßen aufgebrochen und Zug um Zug Kanalisation gelegt und weitere Versorgungsleitungen erneuert.

Der endgültige Ausbau der Durchgangsstraße erfolgte 2004 - 2006. Mit dieser Baumaßnahme wurden gleichzeitig Bürgersteiganlagen gebaut.

2012 wurde Wilzenberg-Hußweiler an das überregionale Glasfasernetz der Firma INEXIO angeschlossen. Damit hat die Gemeinde schnelles Internet und die Möglichkeit eines alternativen Telekommunikationsanbieters.

2013 wurden 5 Windkraftanlagen zwischen Wilzenberg-Hußweiler und Niederhambach errichtet. Zusammen haben diese Windräder eine installierte Leistung von fast 17 MW und eine erwartete Erzeugung von gut 30 Millionen kWh/Jahr.

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Zur Geschichte von Wilzenberg

Der Ort kommt als Wiltzenberg im 'Sponheimischen Gültbuch' von 1438 vor, damals noch mit dem später eingemeindeten Sprengwiler zusammen. Zu dieser Zeit waren daselbst '10 Erbe und drei Mannen', die Zins geben mussten, und zwar 2½ Malter und 2 Faß Korn, 1 Malter und 3 Faß Hafer sowie 4 Schilling und 6 Heller.

Anfang des 16. Jahrhunderts bestanden in Wilzenberg 3 sogenannte Erbschaften:

  • Teilung "Auf dem Kießel", unmittelbar neben der von Hußweiler gelegen.
  • die "Hauler Teilung", beiderseits des Tales, das den Schwollbach aufwärtszieht.
  • die "Springweiler Teilung", zwischen Siesbach, Leisel und Nockenthal.

Das Bild zeigt eine alte Postkarte aus Wilzenberg

Die Namen dieser Erbschaften finden sich auch heute noch in einigen Flurbezeichnungen wieder.

1841 wurde das erste Schulhaus errichtet.

Politisch und kirchlich gehörten Wilzenberg und Brombach zusammen, unter französicher Herrschaft von 1792 bis 1814 wurde es jedoch der Bürgermeisterei Leisel zugeordnet.

Mit dem Wiener Kongress von 1815 wurde Wilzenberg dem Großherzoglich Oldenburgischen Fürstenthum Birkenfeld zugeteilt. Dieses Fürstentum bestand bis zum Jahre 1937.



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Zur Geschichte von Hußweiler

Auf Hußweiler, dessen älteste Namensformen Hunz- bzw. Huntswiler (Weiler eines Hundo) sind, beziehen sich wohl folgende urkundliche Notizen:
1344 stellte ein Peter genannt Kolbe von Hunzlar nach seiner Entlassung aus dem Gewahrsam der Feste frauenburg der Gräfin Loretta von Sponheim eine große Anzahl von Bürgen dafür, daß er nicht 'rumisch und abtrunich werden wolle'.

Im Sponheimer Gültbuch von 1438 sind Geinswiler, das später als Wohnstätte augegeben und Ober Huntslair zugefügt wurde und Ober Huntslair aufgeführt, die ähnliche Abgaben wie Wiltzenberg zu leisten hatten. Später kam dien Form Honßweiler bis etwa 1603, dann Hoßweiler bis etwa 1775 und schließlich Hußweiler auf. Auch die Bezeichnungen Ober- und Unterhoßweiler waren gebräuchlich.

Die Gemarkung teilte sich in 3 Erbschaften auf:

  • die "Zu Löschen", zwischen Niederbrombach und Böschweiler
  • "Auf dem Kissel", zwischen Böschweiler und Wilzenberg
  • die "Geiseler (auch Gieseler)", zwischen Niederbrombach, Nockenthal und Wilzenberg

Blick auf das Oberdorf von Hußweiler,
aufgenommen von der "Nockenthaler Höhe" in den 30er Jahren

Auch diese Bezeichnungen finden sich heute in mehreren Flurnamen wieder.

Politisch und kirchlich blieb Hußweiler mit Brombach verbunden.

Wie Wilzenberg auch, wurde mit dem Wiener Kongress von 1815 Hußweiler dem Großherzoglich Oldenburgischen Fürstenthum Birkenfeld zugeteilt.


Quellen: Heinrich Brucker, Wilzenberg-Hußweiler - Geschichtliches und viele Bilder eines Jahrhunderts und August Erich Julius Barnstedt, Geographisch historisch statistische Beschreibung des Großherzoglich Oldenburgischen Fürstenthums Birkenfeld.


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Heraldik


Wappen der Gemeinde Wilzenberg-Hußweiler

Wappen der Gemeinde Wilzenberg-Hußweiler

Wappen-Beschreibung

Das Schildhaupt ist rot-silbern geschachted. Es erinnert an die ehemalige Zugehörigkeit zur 'Hinteren Grafschaft Sponheim', Oberamt Birkenfeld.

Der Wappenschild ist von Grün und Silber gespalten. Die Schildspaltung weist auf die beiden Ortschaften Wilzenberg und Hußweiler hin.

In dem Schild befindet sich eine bewurzelte Eiche mit komplementären Farben. Diese Eiche stellt die 'Dicke Eiche am Dreschplatz' dar, die sich im Ortsteil Wilzenberg befindet.

Das Wappen wurde genehmigt durch Erlass des Ministeriums des Inneren vom 15. Juni 1965.

Quellen: Heinrich Brucker, Wilzenberg-Hußweiler - Geschichtliches und viele Bilder eines Jahrhunderts, Siegfried's Homepage mit Wappensammlung.




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